Im Mittelpunkt der zweitägigen Exkursion standen der persönliche Austausch, die Besichtigung geförderter Projekte und neue Impulse für die ländliche Entwicklung. Auch wenn sich beide Regionen in ihrer Struktur unterscheiden, begegnen sie als ländliche Räume vielen ähnlichen Herausforderungen – etwa bei Nahversorgung, Jugendbeteiligung, Ehrenamt und der Schaffung lebendiger Begegnungsorte.
„Die Partnerschaft mit der Wartburgregion zeigt sehr eindrücklich, welchen Mehrwert der Austausch zwischen LEADER-Regionen haben kann“, betont Guido Nisius, Vorsitzender der LAG Osteifel-Ahr. „Natürlich können wir Informationen auch digital austauschen. Aber nichts ersetzt das persönliche Miteinander und den unmittelbaren Eindruck vor Ort. Wenn man mit Projektträgerinnen und Projektträgern ins Gespräch kommt und sieht, wie Ideen umgesetzt werden, dann entstehen ganz andere Impulse für die eigene Arbeit.“

Jugendliche gestalten ihre Region selbst

Ein besonderer Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf Vorhaben des Jugendfonds der LAG Osteifel-Ahr. Jugendliche sind eine ausdrücklich benannte Zielgruppe der regionalen Entwicklungsstrategie. Mit dem Jugendfonds wurde vor rund zwei Jahren ein Instrument geschaffen, das jungen Menschen ermöglicht, eigene Projektideen umzusetzen und ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten.
Ein Beispiel ist das Projekt „Jugend baut Zukunft – von Minecraft zum 3D-Modell“ in Hönningen. Jugendliche bauen ihren Heimatort digital in Minecraft nach und machen dabei sichtbar, welche Entwicklungen sie sich für Hönningen wünschen. Mithilfe eines geförderten 3D-Druckers können einzelne Ideen anschließend als Modelle umgesetzt werden. Die LAG Osteifel-Ahr unterstützte das Vorhaben mit 3.000 Euro.
Ein weiteres Jugendprojekt führte die Gruppe nach Schuld. Dort wurde der Bereiche rund um einen Jugendbuss unter anderem mit Sitzgelegenheiten, Sport- und Freizeitausstattung sowie Begrünung aufgewertet. Auch hier steht im Mittelpunkt, dass junge Menschen Orte selbst gestalten und Verantwortung für deren Nutzung übernehmen.
Regionalentwicklung hat viele Gesichter
Der zweite Exkursionstag zeigte, wie unterschiedlich LEADER-Förderung aussehen kann. In Adenau besuchte die Gruppe den Skulpturengarten der Kunststiftung Bernhard Müller-Feyen. Gefördert wurden unter anderem der Umbau des ehemaligen Schwimmbads und der angrenzenden Terrasse, bauliche Maßnahmen am Gästehaus sowie die Gestaltung der Außenanlagen.
Der Besuch machte deutlich, dass Regionalentwicklung weit über klassische Infrastrukturvorhaben hinausgeht. Auch Kultur, Kunst und besondere Orte der Begegnung können wichtige Impulse für eine Region setzen und ihre Attraktivität nachhaltig stärken.

Eine weitere Station war der Dorfladen in Langenfeld. Am zentral gelegenen Kirchplatz entsteht dort ein neuer barrierefreier Nahversorgungs- und Begegnungsort. Neben dem Neubau und der Ladenausstattung sind auch Eigenleistungen Teil des Vorhabens. Gerade hier zeigte sich besonders anschaulich, welche Bedeutung ehrenamtliches Engagement für die Entwicklung ländlicher Räume hat.
So entsteht weit mehr als ein Gebäude. Der Dorfladen wird von einer ganzen Dorfgemeinschaft getragen. Genau diese Identifikation mit einem Vorhaben ist entscheidend dafür, dass Regionalentwicklung langfristig Wirkung entfalten kann.

Nichts ersetzt das persönliche Miteinander
„Der persönliche Austausch ist durch nichts zu ersetzen“, sagt Guido Nisius, Vorsitzender der LAG Osteifel-Ahr. „Wenn wir uns vor Ort begegnen, voneinander lernen und offen über unsere Erfahrungen sprechen, wird aus einer Partnerschaft gelebte Zusammenarbeit. Genau daraus entstehen neue Ideen, die in beiden Regionen weiterwirken.“ Genau darin liegt seit Jahren der besondere Wert der Partnerschaft: voneinander lernen, Unterschiede kennenlernen, Gemeinsamkeiten entdecken und erfolgreiche Ansätze weiterdenken.
Nach zwei intensiven Tagen mit vielen Gesprächen, Projektbesuchen und neuen Eindrücken machte sich die Delegation der Wartburgregion am Freitagnachmittag wieder auf den Weg nach Thüringen.
LEADER-Ansprechpersonen
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen Ihnen das Regionalmanagement und die LAG-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.
Regionalmanagement
Hannah Reisten (Regionalmanagerin)
0261-30439-27 / Hannah.Reisten@sweco-gmbh.de
LAG-Geschäftsstelle
Bernhard Jüngling (Geschäftsführer)
c/o Verbandsgemeindeverwaltung Adenau
02691-305-100 / Bernhard.juengling@adenau.de

